GWA Wingfoil World Cup Leucate 2026 - Tomas Acherer
Tomas Acherer

GWA Wingfoil World Cup Leucate 2026

Tomas Acherer und Nia Suardiaz gewinnen den ersten Surf-Freestyle Event der 2026er GWA Tour

Zum Auftakt der Surf-Freestyle Tour kehrte die GWA nach Leucate in Frankreich zurück, um dort vom 21. bis 26. April den Contest im Rahmen der 29. Ausgabe des "Mondial du Vent" auszutragen.

Insgesamt 23 Männer und 20 Frauen aus 12 Nationen gingen beim Saisonauftakt an den Start, auch um einen Anteil des Preisgeldes in Höhe von 15.000 Euro zu ergattern.

In der vergangenen Saison sicherte sich Newcomer Benjamin Castenskiold gemeinsam mit Marie Schlittenbauer den Gesamtsieg der Surf-Freestyle Tour. Doch einer dieser Namen fehlte auf der Startlist bei diesem Event. Marie Schlittenbauer musste leider diesen ersten Stopp aussetzen, da sie sich noch von einer Verletzung erholt. Ebenfalls nicht in Leucate dabei waren Mar de Arce, Aleksander Acherer und Ancor Sosa, die sich ebenfalls alle noch in der Genesungsphase befinden.

Rocco Makana
Rocco Makana

Der Mondial du Vent sah sich in diesem Jahr mit einer nicht ganz optimalen Windvorhersage konfrontiert. Als Reaktion darauf traf das Organisationsteam die Entscheidung, den Wettkampfablauf zu verkürzen, indem die Vorrunden gestrichen wurden. Der Wettbewerb der Männer begann somit ab Runde 4 und der der Frauen ab Runde 3. Dieses gestraffte Format trug dazu bei, wertvolle Zeit zu sparen, und erhöhte letztendlich die Chance, ein vollständiges Ergebnis einzufahren.

Am dritten Tag des Mondial du Vent ging es endlich los mit dem Surf-Freestyle, wobei das vielversprechendste Windfenster der Woche genutzt wurde. Den Auftakt bildete Runde 4 der Männer, in der die beiden besten Fahrer jedes Heats in Runde 5 vorrückten, während die beiden Letzten aus dem Wettbewerb ausschieden.

Tomas Acherer und Rocco Makana
Tomas Acherer und Rocco Makana

Die großen Überraschungen folgten von Beginn an Schlag auf Schlag – und genau das macht den ersten Wettkampf der Saison so unberechenbar. Einer der Favoriten im Freestyle, Malo Guenole, schied in Runde 5 aus gegen Nathan Berger und Tom Acherer aus. Auch für mehrere andere Top-Rider kam das Aus schneller als erwartet, darunter Axel Gerard, Bastien Escofet und der amtierende Weltmeister Benjamin Castenskiold, der bei den leichteren Windbedingungen Mühe hatte, seinen gewohnten Rhythmus zu finden.

Luca Vuillermet
Luca Vuillermet

Dann folgte der Finaltag und der begann noch vor Sonnenaufgang. Crew und Fahrer brachen früh auf, um das Beste aus dem leichten Tramontana-Wind zu machen. Runde 5 der Männer startete um 7 Uhr morgens und schon im allerersten Heat kam es zu dramatischen Szenen.

Chris Macdonald verpatzte in seinem Lauf drei Trickversuche und konnte im weiteren Verlauf keine hohe Wertung mehr sammeln, was ihn seine Chance auf einen Platz im Finale kostete. Charlie Loch, der sein beeindruckendes Comeback nach seiner Verletzung im letzten Jahr fortsetzte, gab alles, konnte sich aber ebenfalls keinen Finalplatz sichern. Stattdessen erreichten Luca Vuillermet und Nathan Berger das Finale – für beide Fahrer das erste ihrer Karriere.

Nathan Berger
Nathan Berger

Das zweite Halbfinale war ebenso spannend: Alle vier Rider lagen bis zum allerletzten Trick Kopf an Kopf. Rocco Makana setzte sich dabei knapp durch und sicherte sich mit 24,60 Punkten seinen Platz im Finale, dicht gefolgt von Tomas Acherer. Noe Cuyala verpasste den Einzug ins Finale um nur einen Bruchteil eines Punktes, knapp dahinter folgte Sacha Pallier.

Nia Suardiaz
Nia Suardiaz

Das Finale stand dann um 8 Uhr morgens statt. Der Wind hielt zwar noch an, doch der Druck den Wettbewerb abzuschließen wuchs, denn die Bedingungen sollten sich verschlechterten. Von den ersten Sekunden an setzten sich Tomas Acherer und Rocco Makana von ihren beiden Konkurrenten ab und bauten einen deutlichen Vorsprung auf, während Vuillermet und Berger Mühe hatten, hochbewertete Tricks zu landen.

Zur Halbzeit hatte Vuillermet begonnen, wieder an Schwung zu gewinnen und sich den Führenden anzunähern – doch seine Entscheidung, mitten im Heat auf einen kleineren Wing zu wechseln, ging nach hinten los, da der Wind kurz darauf leicht nachließ. Berger hingegen fand ebenfalls nicht zu seinem Rhythmus und stürzte bei fünf seiner Trickversuche.

Ava Segersten und Manon Dupé
Ava Segersten und Manon Dupé

Tom Acherer hingegen war in Topform. Völlig unbeeindruckt von den schwächeren Windbedingungen erzielte der Österreicher beeindruckende 26,63 Punkte - die höchste Heat-Punktzahl des gesamten Events - und sicherte sich damit den Sieg beim ersten Surf-Freestyle Stopp der Saison 2026. Rocco Makana holte den zweiten Platz und damit sein allererstes Podium, während Luca Vuillermet die Top 3 komplettierte und ebenfalls sein erstes Podium feierte.

Final Men’s Results:
1. Tomas Acherer (AUT)
2. Rocco Makana (ITA)
3. Luca Vuillermet (USA)
4. Nathan Berger (ESP)

Sofia Ginzinger
Sofia Ginzinger

Da der Wind konstant blieb, richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Frauenwertung, die mit Runde 2 begann. Eine herausragende Leistung zeigte schon früh die Amerikanerin Ava Segersten, die bei ihrem World Cup Debüt jeden ihrer Trickversuche landete und damit die höchste Gesamtpunktzahl der Runde erzielte. Auch die junge Spanierin Sofia Ginzinger legte gleich in ihrem ersten Heat die Messlatte hoch.

Noe Cuyala
Noe Cuyala

Um 10.30 Uhr begannen die Halbfinalläufe der Frauen, in denen einige neue Namen mitmischten. Ava Segersten war sichtlich entschlossen bei diesem Event Eindruck zu hinterlassen, und stürmte mit weiterhin guten Scores ins Halbfinale - gekrönt von einem beeindruckenden Frontflip mit 9,17 Punkten zum Abschluss ihres Heats.

Damit sicherte sie sich ihren Platz in ihrem ersten Surf-Freestyle-Finale, zusammen mit Sofia Ginzinger. Allegra Caffi und Leonie Tröndl kämpften hart, erreichten aber weniger Punkte als ihre Konkurrentinnen.

Chris Macdonald
Chris Macdonald

Im zweiten Halbfinale zeigte sich Nia Suardiaz in Bestform und fuhr mit einer Reihe solider Tricks souverän ins Finale ein, dicht gefolgt von Manon Dupé. Kylie Belloeuvre und Zara Maillard konnten sich nicht qualifizieren.

Im Finale verschwendete Nia keine Zeit und zeigte bereits beim ersten Trick ihre beste Leistung. Zur Halbzeit hatte sie sich einen komfortablen Vorsprung erarbeitet, und selbst nachdem sie ihre letzten drei Versuche bei nachlassendem Wind verpatzte, war ihr der Sieg bereits sicher.

Ava Segersten krönte ihr Traumdebüt mit dem zweiten Platz nach einer herausragenden Leistung über den ganzen Tag hinweg. Den dritten Platz belegte die 12-jährige Sofia Ginzinger - die jüngste Teilnehmerin des Wettbewerbs, während Manon Dupé den vierten Platz belegte.

Sofia Ginzinger
Sofia Ginzinger

Final Women’s Results:
1. Nia Suardiaz (ESP)
2. Ava Segersten USA)
3. Sofia Ginzinger (ESP)
4. Manon Dupé (FRA)


Dieser erste Stopp hat einen Vorgeschmack auf das geliefert, was im Laufe der Saison in der Disziplin Surf-Freestyle zu erwarten ist – eine Welle hungriger Newcomer, die mit ihrem hohen Fahrniveau den etablierten Ridern das Leben schwer machen werden.

27.04.2026 © WING DAILY  |  Text: GWA, Jürgen Schall  |  Fotos/Grafiken: GWA / Lukas K. Stiller  |  Translation: EN

Top 4 der Männer und Frauen
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