Wingfoil-Boardercross
Regattaformat für die Zukunft?
Der Deutsche Wing Foil Club e.V. (DWFC) setzt sich aktuell dafür ein, Wingfoil-Rennen im Boardercross-Format auszutragen. Wie sieht so ein Rennen aus? Zum Beispiel mit Start am Strand, Slalom auf einem Bojenkurs, Sprung über Hindernisse, eine Pump-Strecke ohne Wing-Antrieb und Ziellinie am Strand - in dieser Art bereits durchgeführt beim SEND IT Wingfoil Clash auf Fehmarn (siehe Report).
Auch die Wingfoil-Tour der Profis hat ein ähnliches Format unter dem Begriff 'Expression-Slalom' in diesem Sommer beim World Cup auf Fuerteventura getestet (Link zum Bericht).
Bei GWA Events werden Slalom-Rennen schon immer als FreeFly-Slalom durchgeführt, bei dem wechselnde Kurse mit Halbwind-, Downwind- und Upwind-Segmenten gefahren werden. Auch eine Pump-Strecke ohne Wing-Antrieb gehört als 'FreeFly' Section fest zu jedem dieser Rennen. Beim Test im Sommer wurde zusätzlich ein Sprung über ein Hindernis und ein Trick, der entweder auf Back- oder Steuerbordkurs gezeigt werden musste, in die Rennen integriert.
Das Ziel beider Konzepte ist zum einen die Rennen attraktiver für Zuschauer zu gestalten und zum anderen den Overall-Skills der Sportlerinnen und Sportler mehr Gewicht zu geben. Nicht hochspezialisiertes Material soll Rennen gewinnen, sondern der beste Rider auf Equipment, zu dem man auch bei einer normalen Wingfoil-Session greifen würde.
Das Boardercross-Konzept im Surfsport ist nicht neu, schon vor über 20 Jahren sprangen Windsurfer über die Wurst (ein schwimmendes Hindernis) und mussten im Rennverlauf Freestyle-Tricks zeigen. Seit zwei Jahren ist dieses Konzept in ähnlicher Form zurück im Windsurf World Cup der PWA.
Jetzt also auch im Wingen? Einen Versuch ist es wert, auch wenn Sprünge über Hindernisse beim Freeriden eher nicht vorkommen. Aber auch daran wurde gedacht: In den Rennen gibt es deshalb eine Ausweichroute, um den Sprung zu umgehen und das Hindernis stattdessen zu umfahren. So bleibt das Regattakonzept auch offen für weniger versierte Starter.
In Deutschland hat der DWFC das Konzept gemeinsam mit jungen Fahrern für den 2026er Event auf Fehmarn entwickelt und wird auch in 2027 wieder darauf setzen. Spannung in Wettkämpfen kann man mit diesem Element erzeugen - das sieht man regelmäßig bei der Winterolympiade, wo Boarder- und Skicross spannende Formate sind.
Der Blick auf Olympia passt, denn Ende Oktober 2026 stimmten Fachgremien des Segelweltverbands World Sailing für eine Empfehlung, Wingfoiling als mögliche olympische Disziplin für Brisbane 2032 vorzusehen. Dafür gilt es ein passendes Wettkampfformat zu etablieren. Vielleicht könnte das ein Rennen mit Boardercross-Elementen sein. Das Jahr 2027 wird zeigen, wie sich diese Idee entwickelt.
01.11.2026 © WING DAILY | Text: Jürgen Schall | Fotos/Grafiken: Enno Oldigs / @wingfoilshots | Translation: EN